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#37: Sobald ich in der Box bin, schalte ich sofort ab.

Sobald ich in der Box bin, schalte ich ab. Als ich Arthur frage, was er macht, wenn er gerade nicht in der Box ist, antwortet er wie aus der Pistole geschossen “ich bin eigentlich nur am Arbeiten”. Das sagen alle, denke ich, aber es stellt sich schnell heraus, dass es tatsächlich so ist. 

Arthur ist 33 und arbeitet seit 2,5 Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an einem Forschungsinstitut. Seine Forschung beschäftigt sich mit der Beobachtung und Analyse von Daten aus Industrien, Fabriken und Geschäftsprozessen, um Entscheidungshilfen anzubieten oder Prognosen zu erstellen, wann beispielsweise eine Maschine ausfallen wird. Die Projekte, an denen er arbeitet, sind langfristig formuliert. Manchmal liegt das Projektziel 2, 3 oder 4 Jahre entfernt. Wie er seine Arbeit strukturiert, liegt bei ihm. Qualität, Kosten und Termin, es geht um

“dieses magische Dreieck und wie du dahin kommst. liegt dann bei dir”.

Seine Arbeit findet in Forschungs- und Industrieprojekten statt, bei letzteren sind die Kunden Unternehmen, die unter anderem Mähdrescher oder Zement herstellen. Seine Promotion möchte er in 1,5 Jahren beenden. Außerdem betreut er Studierende.

“Das Ritual von meiner Freundin Sonja und mir ist es, um 5 Uhr aufzustehen. Wenn Sonja zur 6 Uhr Class in die Box fährt, trinke ich noch den letzten Schluck Kaffee und beginne meinen Arbeitstag. So kann ich dann ruhigen Gewissens gegen 17 oder 18 Uhr Feierabend machen.” Dass er dann trotzdem ungefähr einen 10-11 h Arbeitstag hat, rechne ich ihm besser nicht vor.

Er arbeitet seit 2,5 Jahren im Home Office. “Egal wo ich arbeite, ich bin nur am Sitzen. Ich steh morgens auf, trinke meinen Kaffee im Sitzen, arbeite im Sitzen, im Auto, im Zug, ich sitze. Dann sitze ich beim Mittagessen und danach wieder während der Arbeit. Ich sitze sitze sitze. Selbst wenn ich mich mit Freunden treffe und in eine Kneipe gehe, sitze ich.”

Dass das ständige Sitzen auf die Dauer auf den Rücken geht, war seine Hauptmotivation, wieder mehr Sport zu machen

(okay, und der Arschtritt seiner Freundin).

Vor CrossFit Sennestadt beschreibt Arthur seine sportliche Karriere als auf und ab. Zum Ende seiner Schulzeit hat er mit Fitness begonnen. In seinem damaligen Studio gab es die Möglichkeit Kickboxen und Boxen zu trainieren. Das hat ihm Spaß gemacht. Nach dem Abitur war er zwei Jahre bei der Bundeswehr in Augustdorf und ist dort vor allem gelaufen. “Kasernenrunden, Kasernenrunden, Kasernenrunden”, erinnert er sich. Während des Studiums ist er zwar noch eine ganz Weile weiter gelaufen, aber immer weniger. Nach einer Zeit ohne Sport wollte er dem Fitnessstudio nochmal eine Chance geben.

“Du meldest dich im Fitnessstudio an, bist am Anfang total motiviert und dann hast du diesen 20€-Vertrag, der dich dein Leben lang begleitet, du aber nie hingehst”.

Schließlich wurde Arthurs Freundin durch eine Kollegin auf CrossFit Sennestadt aufmerksam. Neben Arthurs Bedürfnis, wieder fitter zu werden, wollten sie gerne ein gemeinsames Hobby finden. Zunächst haben sie zwar die höheren Kosten im Vergleich zu anderen Studios und die recht weite Anfahrt abgehalten, aber schließlich haben sie sich doch zu einem Probetraining entschieden und festgestellt:

“Es ist cool, man trainiert in der Box in einer Art Team, hat einen Trainer, der einen korrigiert und vor allem auch in den Arsch tritt, das kann ich gebrauchen.”

Nach dem Probetraining in der Box kam für beide der Probemonat und schließlich das feste Membership. Sonja kommt mittlerweile sechs mal die Woche, Arthur drei mal die Woche. Es passiere zu häufig, dass er seine Arbeit nicht passend für die 19.30 Uhr-Class beenden kann. Ich rechne nochmal lieber wieder nicht aus, wie lang sein Arbeitstag ist, wenn er um 6 Uhr anfängt und um 19.30 Uhr immer noch kein Ende in Sicht ist.

Das Thema Gesundheit ist meine Hauptmotivation. Ich habe keine großen sportlichen Ziele. Ich möchte mich vor allem physisch und mental gut fühlen.

Arthurs Ziel ist es, konstant fit zu bleiben, vielleicht hier und da an ein paar Schwachstellen zu arbeiten, aber vor allem, sich gut zu fühlen. In erster Linie ist das Training für ihn Ausgleich zum Arbeitsalltag:  “Ich hab die Studierenden, die ich betreue, die Partner haben Fragen oder Bedürfnisse, jeder macht was er will, ziemlicher mindfuck, du musst viel mitdenken, ständig was entscheiden und dann geh ich abends in die Box, wo mir jemand sagt, was ich zu tun habe und dann mach ich das stumpf.

Sobald ich in der Box bin, denke ich nicht eine Sekunde an die Arbeit, sondern schalte ab.”

Als er beim Probetraining ein bisschen nach links und rechts geschielt hat und sich mit anderen verglichen hat, hat er gedacht “fuck man, ich kann gar nichts”. Auch wenn ihm die Coaches gerade zu Beginn immer wieder gesagt haben, dass er sich auf sich selbst konzentrieren soll und sich besser nicht vergleichen soll, hat ihn das was er gesehen hat aber vor allem motiviert und schließlich dazu bewegt, sich anzumelden. Der Probemonat war erstmal eine Art Bestandsaufnahme für ihn:

“Junge junge, hab ich gedacht, du hast viel vor dir. Aber dann hat man einfach eine super steile Lern- und Fortschrittskurve.” 

Das coole an CrossFit Sennestadt ist für ihn, dass jeder kommen kann, egal wie groß oder klein, fit oder eben nicht, man ist. Wenn man erstmal da ist, sieht man, wie verschieden die Leute und deren Fitnessstand ist und dass alle da abgeholt werden, wo sie gerade stehen. “Klar, kann man ins Fitnessstudio gehen, für sich trainieren, Anleitungen auf Youtube schauen, sich 3.000 Apps auf dem Handy installieren, aber das alles ist nicht gleichwertig mit dem Coaching was man hier bekommt.”

Mittlerweile zieht er vor allem zwei Benefits aus dem Training. Er kann während des Trainings den Ballast des Alltags abwerfen und dadurch im Umkehrschluss während der Arbeit besser performen. Am liebsten würde er alle seine Kollegen mit zum CrossFit mitbringen, “das würde denen auch gut tun”. 


Über die Autorin: Sonja ist seit 2019 Member bei CrossFit Sennestadt. Im echten Leben arbeitet sie als Marketingmanagerin und ist aber vor allem neugierig und liebt es, mit Menschen zu sprechen und Geschichten zu schreiben.

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