#19: Der große Equipment-Guide

CrossFit-Gear, Zusatzequipment und Kram bis zum geht nicht mehr: Es gibt hunderte Helferlein und fancy Nützlinge, die dem:r CrossFit:erin von heute das Leben vereinfachen sollen. Wir geben euch einen Equipment-Guide durch den Dschungel der Angebote.

Step 1: Springseil

Über lang oder kurz sollte sich jede:r von uns ein eigenes Springseil kaufen. Wir haben in der Box zwar eine Reihe von Seilen verfügbar, jedoch sind das allgemeine Größen. Ein gutes Springseil ist genau auf deine Größe abgestimmt und hat ein ordentliches, vielleicht teureres Kugellager. Die bei uns am meisten vertretenen Marken sind RxSmartgear und RPM Speed Rope. Bei Ersterem nimmt man das Seil permanent wahr, es ist eher für ruhigeres Schlagen und mehr für Anfänger geeignet. Zweiteres ist ultra dünn und leicht – man nimmt es kaum wahr und verheddert sich schneller. Wenn du schon flüssig Double Under springen kannst, könnte dieses die bessere Wahl sein. Wir empfehlen, beide mal auszuprobieren.

Step 2: Grips / Handschutz

Die ewige Diskussion über einen Handschutz an der hohen Stange. Eins ist klar: Mit kompletten Handschuhen hilfst du dir nicht – im Gegenteil. Deine Hände müssen sich an die (andere) Griffbelastung gewöhnen. Je mehr Schutz du hast, desto weniger hart wird die Haut. Ist sie zu weich, reißt sie sehr schnell auf. Wird sie stellenweise zu hart, reißt auch das auf. Richtige Kontrolle und Gefühl hast du natürlich nur so wirklich ohne Schutz mit der nackten Hand. Da es immer wieder dazu kommt, dass Blasen und Risse entstehen, empfehlen wir trotzdessen Grips für einen leichten Schutz.
Hier gibt es massig Anbieter und Marken. Die gängigsten sind JawGrips: Leichter Stoff, wenig Fläche und die Hand greift genau so wie ohne Schutz. Der nächste Schritt wären Grips von zum Beispiel BearKomplex: Mehr Stoff, eine festere Griff-Fläche und mehr Grip in der Handinnenfläche. Man kann natürlich auch in die Trick-Kiste greifen und teure Grips von z.B. Victory kaufen: Ideale Innenfläche für maximalen Grip.

Randnotiz: Egal ob mit Grips oder ohne: Arbeite an deiner Handposition und deiner Griffkraft! Selbst die besten Grips arbeiten nicht von alleine – deine Hand hält dich fest.

Step 3: Kreide / Chalk

Sobald wir an den Händen schwitzen, leidet unser Grip darunter. Kreide kann hier Abhilfe schaffen. Wir sind komplett auf Liquid Chalk – also Flüssigkreide – umgeschwenkt. An der Theke kannst du praktische kleine Spender mit einem Karabiner erwerben. Wenn du Probleme mit feuchten Händen hast oder immer wieder von der Stange rutscht, probier sie mal aus.

Step 3: Knee Sleeves / Bandagen

Knee Sleeves sind ursprünglich dafür da, die Knie während eines Lifts mehr zu erwärmen bzw. sie warm zu halten. Bandagen sind zum wickeln und geben einem ggf. einen Extra-„Bounce“ beim Squatten. Beides sind Dinge, die wir nicht wirklich brauchen und die mehr in die Powerlifting-Ecke gehören.
Ausnahme: Ein Knee Sleeve um den Unterschenkel schützt dein Bein vor Aufschürfungen beim Rope Climb. Dafür muss man aber keine teuren Sleeves von Rehband und Co. kaufen: Günstige aus dem Laden nebenan reichen auf jeden Fall.

Step 4.1: CrossFit-Schuhe

Das wohl meist diskutierte Thema in der Szene: Schuhe. Die größten Konkurrenten sind Reebok Nanos und Nike Metcons. Die Nanos sind etwas breiter, man hat einen festen Stand und kann gut kurze Distanzen laufen. Die Metcons sind schmaler, sie haben eine viel härtere Sohle, was bei Lifting vorteilhaft ist, sie aber zum laufen fast unbrauchbar macht. Inov-8 und NoBull spielen mittlerweile auch mit – unterschiedliche Barfußschuh-Marken wie z.B. Vivobarefoot erlangen nach und nach mehr Beliebtheit. Wichtig ist nur: Kauf Schuhe, die keine zu weiche Sohle haben, die wenig dämpfen und in denen DU dich bewegen kannst. Die coolsten Schuhe helfen dir nicht, wenn du nach einer halben Stunde Blasen bekommst. Viele CrossFiter:innen besitzen ein normales und ein Paar Laufschuhe.

Step 4.2: Lifter / Gewichtheberschuhe

Speziell fürs Lifting gibt es Schuhe, die unter der Ferse einen Keil haben bzw. „höher gelegt“ sind, um das Sprunggelenk etwas zu entlasten und um zum Beispiel bei schweren Kniebeugen noch mehr Stabilität im Fuß zu haben. Die meisten Menschen, die Lifter tragen, tragen sie jedoch, um eine fehlende Mobilität im oberen Sprunggelenk auszugleichen. Oft reicht es dafür nicht ein mal. Profi-Tipp: Spar dir die 200€ und arbeite mehr an deiner Mobility.

Step 5: (Gewichtheber-) Gürtel

Gürtel sind dazu da, eine Art Korsett um den Bauchraum zu schnüren, damit man bei beispielsweise Deadlifts oder Squats mehr Spannung aufbauen kann. Sie helfen enorm und stabilisieren dich stark. Das hat durchaus Vorteile: Du kannst mehr und vielleicht sicherer Gewicht bewegen. Auf der anderen Seite ist dein Core hier oft nicht stark genug, um so ein Gewicht „raw“, also ohne Hilfsmittel zu bewegen. In den aller meisten Fällen, die uns unter gekommen sind, sind Gürtel zu 100% unnütz und zeigen nur Defizite auf, die durch fehlende Accessory-Übungen entstehen. Lerne, richtig zu Atmen (durch die passende Atmung erreicht man nämlich auch den Korsett-Vorteil), stärke deinen Core und arbeite an deiner Position.

Step 6: BlackRoll, Lacrosse-Ball, Hypervolt und Co.

Wir bieten euch in der kleinen Halle BlackRolls, Bälle und Varianten davon an, um euch vor/nach dem Training auszurollen und verklebtes Gewebe zu lockern. Je nachdem wie viel Zeit und Beschwerden ihr habt, lohnt es sich auch, einige Dinge zu Hause anzuschaffen. Ein Lacrosse-Ball ist günstig erhältlich, eine Faszienrolle bekommt man auch überall – es muss ja nicht unbedingt BlackRoll sein. Eine Massage-Pistole wie z.B. den Hypervolt ist eine Spielerei und nicht notwendig – jedoch bewirkt sie manchmal Wunder.

Step 7: Trainingsmaske, Gewichtsweste, Zughilfen und Co.

Neben den aufgezählten Dingen gibt es immer noch hunderte Gimmicks und Add-Ons auf dem Markt. Grob kann man sagen: Die allermeisten sind für den:die Normalsterbliche:n Geldverschwendung. So manches Equipment hat auf jeden Fall eine Daseinsberechtigung – Gewichtswesten zum Beispiel sind in manchen Fällen durchaus nützlich. Anderes wie Trainingsmasken und ähnliches braucht man im Alltag jedoch – salopp gesagt – nie.

Fall nicht auf glorreiche Equipment-Werbeangebote rein und kauf am Anfang nicht zu viel – gut durchdachtes, weniges Equipment ist goldwert.

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