10 Fragen an Coach Dave

#40 – 10 Fragen an Coach Dave: traut euch mehr!

Warum wurde CrossFit Sennestadt gegründet? Wie ist Dave zum CrossFit gekommen? Was treibt ihn an? Und was wollte er schon immer mal all seinen Membern und Atleth:innen sagen? Das und noch ein paar Dinge mehr habe ich ihn gefragt. Manch einer denkt vielleicht, „na, der Mann hat einfach Bock auf das was er tut“, aber das ist längst nicht alles. Hinter so ziemlich jeder Entscheidung und jedem Detail steckt ein Konzept und soll auf ein Ziel einzahlen: Menschen Raum geben, um an ihrer Gesundheit zu arbeiten, fit(er) zu werden und über sich hinauszuwachsen. Aber fangen wir von vorne an. Hier kommen 10 Fragen an Coach Dave:

1. Wie war dein Weg zum CrossFit?

Das erste Mal von CrossFit gehört habe ich 2008. Mein Football-Freund Goran war im Begriff Crossfit am Rhein zu öffnen und erzählte mir davon. Ehrlich gesagt hab ich ihn dafür ein bisschen ausgelacht. Ich war damals durch das Football- und Krafttraining ziemlich fit und konnte mir nicht vorstellen, was CrossFit sein sollte. Geschweige denn was der Leitsatz “forging elite fitness” bedeutet. Ich habe sogar gedacht, dass es dabei um Hindernisläufe wie Tough Mudder oder Xletix ging. Das hat mich wenig interessiert, denn ich wollte vor allem im Kraftraum pumpen gehen.

2010 habe ich mein Studium in den USA begonnen. Dort habe ich ein paar Jungs vom Militär kennengelernt, die beim Basistraining CrossFit machten. Wir verstanden uns ziemlich gut und irgendwann fragten sie mich, ob ich nicht mal mitmachen wollte. Ich musste damals zugeben “ganz ehrlich, vor ein paar Jahren hab ich noch jemanden dafür ausgelacht, aber was soll’s, so schlimm kann es ja nicht sein.” Wir haben dann immer noch vor dem Football-Training, was um 6 Uhr morgens startete, unsere Workouts durchgezogen.

Eins meiner ersten Workouts überhaupt war Murph. Ich kannte natürlich die einzelnen Übungen, aber nicht in der Zusammensetzung. Die Jungs hatten mir davon erzählt und ich war direkt on fire. Wir haben damals 1,5 h gebraucht und haben uns gefühlt wie die Götter. Ich bin den Jungs heute unfassbar dankbar, weil sie mir damit den Weg geebnet haben, um heute das machen zu können, was ich mache.

2. Warum hast du die Box eröffnet?

Ich habe damals als Headcoach in einer Box gearbeitet und konnte in dieser Zeit viel lernen und ausprobieren. Irgendwann wollte ich allerdings mehr. Ich wollte mehr machen, mehr helfen und noch mehr für die Menschen da sein. Und vor allem wollte ich meinen eigenen Interessen und Visionen folgen. Wir waren damals vier Leute, die über die Idee gesprochen haben, eine eigene Box zu öffnen. Vor allem haben wir die Vision geteilt, Menschen mehr Möglichkeiten zu geben, Sport zu machen, ihnen zu helfen und mit ihnen an ihrer Fitness und Gesundheit zu arbeiten

Irgendwann wollte ich mehr. Ich wollte mehr machen, mehr helfen und noch mehr für die Menschen da sein.

3. Was machst du, wenn du gerade nicht in der Box arbeitest?

Grundsätzlich bin ich eigentlich immer mit den Gedanken bei der Arbeit. Zum Glück arbeite ich unglaublich gerne. Trotzdem ist es sehr gut, dass mein Sohn mich manchmal zwingt, mich auf ihn zu konzentrieren und Arbeit Arbeit sein zu lassen. Diese Zeit genieße ich sehr. Außerdem habe ich vor Kurzem nach einer sehr langen Pause wieder angefangen, Football zu spielen. Während des Trainings kann ich komplett abschalten.

4. Performance oder Gesundheit der Member – was treibt dich an?

Anmerkung der Redaktion: Wir sprechen eine ganze Weile über die Definition von Performance und Gesundheit. Da das genug Input für eigene Artikel ist, frage ich nochmal nach: was treibt dich an?

Ich möchte die Leute dabei unterstützen und motivieren, ihr Potential zu entdecken. Und darüber hinaus, es auf mentaler und körperlicher Ebene zu erreichen, um langfristig ein gesundes und erfülltes Leben zu führen. Aber dafür muss man erstmal verstehen was Gesundheit und Performance ist (lacht).

Anmerkung der Redaktion: Die Definitionen von Gesundheit und Performance wird Dave in einem Podcast erklären.

2015 habe ich das Buch “start with why” von Simon Sinek gelesen und danach mein “Why” bzw. “Warum” definiert: My vision is to motivate and inspire people to find and obtain their true mental and physical potential in order to live a healthy and fulfilled life.”

Meine Vision ist es, Menschen zu motivieren und zu inspirieren, ihr wahres geistiges und körperliches Potenzial zu finden und auszuschöpfen, um ein gesundes und erfülltes Leben zu führen.

5. Welchen Hinweis würdest du gerne jedem einzelnen deiner Athlet:innen geben?

Trau dich mehr. Auch ich hadere mit manchen Sachen, aber jedes mal, wenn ich das Hadern überwunden habe, ist etwas gutes dabei herum gekommen. Manchen unserer Athlet:innen kann man dabei zusehen, wie sie auf der Stelle treten. Wir fragen uns dann häufig, was ihnen eigentlich im Weg steht? Zunächst zu erkennen, was in ihnen steckt und dann auch zu wachsen und ihr Potential auszuschöpfen.

6. Hast du eine Vermutung warum das so ist? 

Meistens liegt es daran, dass viele noch nie animiert oder motiviert wurden, über ihren Schatten zu springen und mal etwas auszuprobieren. Wir sehen so oft, dass diejenigen, die sich etwas trauen, viel mehr und schneller Fortschritte machen, als die, die einfach nur in ihrer Komfortzone bleiben. Klar, geht es bei uns um Sport und körperliche Fitness, aber das was man hier an körperlichen Fähigkeiten erlernt bzw. die körperlichen Hürden, die man überwinden muss, stärkt gleichzeitig das Selbstwertgefühl und Selbstbewusstsein. Die Effekte merkt man dann nicht nur in der sportlichen Entwicklung, sondern auch im Alltag.

7. Was magst du am liebsten an der Box?

Die Menschen. Klar bin ich kleinlich und ich lege großen Wert darauf, dass hier Ordnung herrscht. Aber die Menschen beleben die Box. Wir haben so viele Member, unterschiedliche Charaktere und wahnsinnig tolle Geschichten. 

Ich liebe meinen Job. Nicht, weil ich ihn beherrsche, sondern weil ich den Leuten etwas geben kann und sie mir etwas zurückgeben.

8. Was sollten Leute über CrossFit im Allgemeinen und über Crossfit Sennestadt im Speziellen wissen? 

Die meisten, die von CrossFit hören, denken, dass es nichts für sie ist. Sie googlen CrossFit, sehen Leistungssportler und vergleichen sich. Und das ist das, was wir allen von Tag eins  an sagen: es geht bei uns nicht ums Vergleichen.

Der einzige Vergleich, der vielleicht Sinn macht, ist Du vs. Du gestern. 

Diese Vergleiche hemmen und schüchtern nur ein. Wenn man ein paar Tage hier gewesen ist, merkt man, dass hier nichts einschüchternd ist. Natürlich haben wir Athlet:innen, die bspw. sehr viel Gewicht bewegen können, aber das sollte nie das Gefühl hervorrufen “oh mein Gott, ist die:der stark, soweit werde ich nie kommen”. Es sollte eher dazu führen, dass man sich für die Person freut, weil sie es sich hart erarbeitet hat. Wenn man im Job aufsteigt, hat man es sich ja in der Regel erarbeitet und genauso ist es bei CrossFit Sennestadt auch. Unsere Workouts sind deswegen auch nicht so programmiert, dass man hinterher um Luft ringend auf dem Boden liegt. Der Fokus liegt darauf, dass die Member Raum haben, um sich weiter zu entwickeln. Das ist uns viel wichtiger, als behaupten zu können “boah haben wir krasse Workouts”.

Unser Fokus liegt darauf, dass die Member Raum haben, um sich weiter zu entwickeln. Und dadurch wachsen wir selbst auch.

9. Viele kommen ja auch mit Einschränkungen zu CrossFit Sennestadt und können an diesen durch die Vielseitigkeit des Trainings arbeiten, oder?

Richtig. Wir haben viele Leute, die mit Schmerzen und Problemen in Knien, Schultern oder Rücken zu uns kommen. Teilweise haben sie eine lange Odyssee durch Arzt- und Physio-Praxen hinter sich. Wenn so jemand zu uns kommt, machen wir immer ein ausführliches Assessment und schauen uns an, wo die Probleme und Schmerzen liegen und arbeiten dann individualisiert, damit er:sie schmerzfrei wird und vom Rumpf aus zu stabiler und stärker wird. 

Wir möchten, dass sie wieder schmerzfrei ihren Alltag bestreiten können und sich uneingeschränkt bewegen können.

Viele Probleme entstehen ja durch einseitiges oder sogar falsches Training und Kompensationsbewegungen bzw. Entlastungshaltungen im Alltag. Mit der Expertise unserer Coaches und der Vielseitigkeit des Trainings unter Beachtung der Schwächen jeder:s einzelnen, können wir solche Probleme gut in den Griff bekommen bzw. im besten Falle beheben. Nicht zuletzt, weil wir recht viel Zeit mit den Membern verbringen und ihre Bedürfnisse kennenlernen. Zumindest sobald sie in die Box kommen und sich auf uns und CrossFit einlassen.

10. Was ist der erste Schritt, um bei Crossfit Sennestadt Member zu werden?

Kommt vorbei!

Über die Autorin: Sonja ist seit 2019 Member bei CrossFit Sennestadt. Im echten Leben arbeitet sie als Marketingmanagerin und ist aber vor allem neugierig und liebt es, mit Menschen zu sprechen und Geschichten zu schreiben.

Leave a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.